PROXYS IN ADOBE PREMIERE PRO  |  TUTORIAL & WORKFLOW

Euer Computer ruckelt beim Videoschnitt und das schneiden macht euch deshalb keinen Spaß mehr? Keine Panik! In diesem Beitrag lernt Ihr alles was ihr für den Einstieg und das Arbeiten mit Proxys wissen müsst und wie sie euren PC entlasten, außerdem schauen wir uns auch ein paar Vor- und Nachteile von Proxys an. Zum Schluss zeigen wir Euch natürlich noch wie ihr Proxys in Premiere erstellen und nutzen könnt und geben euch noch ein paar wichtige Tipps auf den Weg. Selbstverständlich haben wir für Euch auch wieder ein Video zum Thema „Proxys in Adobe Premiere Pro Tutorial & Workflow“ produziert, wenn Ihr lieber zuhören möchtet. Viel Spaß!

In diesem Proxy Tutorial für Adobe Premiere Pro gehen wir Schritt für Schritt durch den gesamten Proxy-Workflow mit Permiere. Dabei schauen wir uns die verschiedensten Schritte genauer an:

  1. Die Vorbereitung für dieses Proxy Tutorial
  2. Was sind Proxys?
  3. Vor und Nachteile von Proxys
  4. Proxys erstellen in Adobe Premiere Pro
  5. Arbeiten mit Proxys in Premiere Pro
  6. Proxys für unterschiedliche Framerates in Premiere erstellen
  7. Unsere Tipps für euren Proxy Workflow mit Adobe Premiere Pro
  8. Fazit: Proxys in Adobe Premiere Pro erstellen und nutzen

Die Vorbereitung für dieses Proxy Tutorial

Damit Ihr bei diesem Tutorial mitarbeiten könnt, haben wir Euch hier ein paar Materialien verlinkt, sodass Ihr alles wichtige für den Videoschnitt zur Verfügung habt. Zudem findet Ihr hier unsere Proxy-Vorlage zum herunterladen und installieren. Natürlich haben wir für Euch auch Zeitstempel zum Video hinzugefügt, so könnt Ihr einfach von Kapitel zu Kapitel springen und direkt die Inhalte anschauen, welche Euch interessieren.

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Mit einem Overlay wie diesem, seht ihr immer, ob Proxys gerade aktiviert sind oder nicht.

Was sind Proxys?

Zuerst wollen wir einmal die Frage klären, was Proxys überhaupt sind und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen, wenn ihr das schon wisst und nur wissen möchtet, wie man diese verwendet könnt ihr einfach direkt zu dem entsprechenden Kapitel springen. Proxys sind im Prinzip nichts Anderes als Platzhalter-Dateien in einem leichter zu bearbeitendem Format, welche euren PC im Schnitt weniger belasten. Hierbei wird im Schnitt einfach auf die volle Auflösung verzichtet. Ihr Importiert also beispielsweise euer 4K Material, konvertiert dieses zu HD und macht damit euern Videoschnitt und nutzt dann für den finalen Export wieder die originalen 4K Videodateien. Dieses Vorgehen bringt logischerweise ein paar Vor- und ein paar Nachteile mit sich, welche wir uns nun einmal genauer ansehen.

Vor und Nachteile von Proxys

Ein Vorteil von Proxys ist natürlich, dass ihr im besten Fall störungsfrei arbeiten könnt. Wer kennt das nicht: Premiere geöffnet, ordentlich 4K Material importiert und mit dem Schnitt begonnen. Spätestens wenn ihr jetzt mit dem Color Grading loslegt und nicht gerade den besten PC oder Laptop habt fängt die Vorschau an zu ruckeln und der Spaß am Videoschnitt hat sich schnell erledigt. Das passiert euch auf Grund der geringeren Auflösung mit Proxys eigentlich nie, zudem könnt Ihr, wenn ihr Proxys in euren Workflow integriert, auch ein bisschen Geld beim Computer sparen oder sogar mit dem Laptop unterwegs schneiden. Dabei ist es praktisch egal ob Ihr nun 4K, 6K oder 8K Videomaterial schneiden möchtet.

Die Nachteile von Proxys lassen sich auch relativ einfach zusammenfassen. Hierbei geht es nämlich um Zeit und Speicherplatz. Das Erstellen von Proxys kann nämlich je nach Umfang eures Videomaterials von ein paar Minuten bis zu ein paar Stunden dauern. Zudem werden ja auch neue Dateien erstellt, welche zwar eine relativ geringe Auflösung haben, aber trotzdem ein paar GB auf eurer Festplatte blockieren. Für beide Nachteile gibt es aber auch einen easy Workaround: Die Proxys könnt Ihr zum Beispiel einfach nachts oder abends rendern lassen, so ist euer Schnittrechner nicht blockiert oder ausgelastet, wenn Ihr eigentlich daran arbeiten möchtet. Und die Proxy-Dateien könnt Ihr nach dem Beenden eines Projektes auch einfach wieder löschen, wenn der Speicher mal knapp wird. Solltet Ihr später noch einmal etwas an dem jeweiligen Projekt schneiden müssen, könnt ihr die Proxys einfach wieder neu erstellen und verknüpfen.

So jetzt da wir wissen was Proxys eigentlich sind und worin die Vor-und Nachteile bestehen, zeige ich euch jetzt mal in Premiere, wie Ihr einfach mit Proxys arbeiten könnt!

Im Explorer eures Computers findet ihr die Premiere Proxys als normale Videodateien.

Proxys erstellen in Adobe Premiere Pro

So im Premiere Projekt angekommen erstellen wir natürlich wie immer erst einmal unser Projekt und eine passende Sequenz. Anschließend können wir, wie gewohnt unser Material importieren. Falls Ihr euch noch nicht sicher seid, was ich mit diesen Dingen meine dann schaut euch einfach unseren Premiere Pro Tutorial Blogbeitrag und das passende Video an, hier lernt ihr nochmals alle Grundlagen zu Premiere Pro und könnt euer Wissen auffrischen. Nachdem Ihr eure Videclips importiert habt könnt ihr praktisch auch schon mit dem Erstellen von Proxys beginnen.

Um Proxys in Adobe Premiere Pro zu erstellen wählt Ihr einfach die entsprechenden Clips links unten im Projektfenster aus (ihr könnt hier auch mehrere Clips mit der gleichen Framerate auswählen), macht einen Rechtsklick auf einen der Clips und wählt anschließen „Proxy“ und „Proxys erstellen“. Wenn ihr das gemacht habt, öffnet sich das Proxy erstellen Fenster in dem Ihr das Proxy Preset wählen könnt. Üblicherweise wählen wir hier unter Format: „QuickTime“ unter Vorgabe: „CineForm Low Resolution Proxy“ und unter Ziel „Bei Originalmedien in Proxy-Ordner. Wenn Ihr einen Schnitt-Rechner von Apple nutzt könnt Ihr natürlich auch die Presets im ProRes-Format testen, wir persönlich nutzen allerdings immer Windows-Rechner und haben hier mit dem CineForm Low Resolution Proxy die besten Erfahrungen gemacht.

Das Ziel gibt hierbei an, an welchem Ort die Proxy-Dateien abgelegt werden sollen. Hier finden wir die Auswahl „Bei Originalmedien“ am sinnvollsten, da man so sein gesamtes Material inklusive Proxys an einem Ort hat. Nachdem wir alle Werte richtig eingestellt haben, können wir unten auf „Ok“ drücken und somit den Render-Prozess starten, wodurch sich der Adobe Media Encoder öffnet, die ausgewählten Clips zur Warteschlange hinzufügt und nacheinander erstellt. Nachdem alle Proxys erstellt wurden könnt Ihr dann den Adobe Media Encoder wieder schließen, da die Proxys automatisch mit den importierten Clips in Premiere Pro verknüpft wurden.

Im Premiere Pro könnt ihr beim Erstellen von Proxys eine Vorlage und den Speicherort wählen!

Arbeiten mit Proxys in Premiere Pro

Nachdem Ihr nun die Proxys erstellt habt könnt ihr einfach wieder in euer Premiere Pro Projekt zurückspringen und diese unter dem Vorschaufenster mit dem Toggle „Proxys ein/aus“ aktivieren oder deaktivieren. Solltet Ihr diesen Toggle nicht finden, klickt ihr einfach rechts unter dem Vorschaufenster auf das Plus, sucht den entsprechenden Toggle und zieht ihn Euch in die Werkzeugleiste unter dem Vorschaufenster. Leuchte das Icon Blau, sind die Proxys aktiviert, ist es grau, sind die Proxys aktuell nicht aktiviert. Wenn ihr also für alle eure 4k, 6k, oder 8k Videodateien Proxys erstellt und diese aktiviert solltet ihr nun mit einer sehr guten Performance und ohne große Unterbrechungen schneiden können.

Natürlich könnt ihr jetzt im Schnitt eurer Kreativität freien Lauf lassen. Ihr könnt also Clips zurechtschneiden, Reframen, Skalieren oder eine Farbbearbeitung in Premiere Pro machen und alle Änderungen werden beim Export auf eure Originalmedien angewendet. Für den Export müsst Ihr auch die Proxys eigentlich nicht ausschalten, wenn ihr die Standard Premiere Pro Proxy Presets nutzt, da Premiere automatisch das richtige Material nutzt. Nur wenn ihr ein Custom Overlay (was das ist zeigen wir euch später) für eure Proxys nutzt, solltet ihr diese ausschalten, da das Wasserzeichen manchmal mit exportiert wird.

Rechts unter der Vorschau findet ihr den Schalter um Proxys in Premiere aus- und einzuschalten!

Proxys für unterschiedliche Framerates in Premiere erstellen

Möchtet Ihr euer Filmmaterial in Premiere interpretieren und trotzdem Proxys nutzen müsst ihr noch einen kleinen extra Schritt machen, welchen wir euch jetzt erklären. Zu erst einmal das Problem: Angenommen Ihr habt einen 60 FPS Clip und erstellt dafür ein Proxy-File, dann hat dieses Proxy-File ebenfalls 60 FPS. Interpretiert ihr dieses dann anschließend zum Beispiel auf 24 FPS im Schnitt, ändert sich die Framerate des Original-Clips, das Proxys hingegen hat immer noch 60 FPS. Hierdurch kommt es zu Fehldarstellungen und Sprüngen, wenn Ihr die Proxys aus und wieder einschaltet.

Um das zu vermeiden müssen wir beim Erstellen der Proxys darauf achten, dass diese schon beim Rendern ebenfalls in 24 FPS interpretiert werden. Und das geht so: Ihr wählt ebenfalls im Projektfenster alle Clips mit der entsprechenden Framerate aus, in unserem Beispiel 60 FPS, markiert diese und klickt wieder „Proxy“ und „Proxy erstellen“. Im Proxy erstellen Fenster lasst ihr dann ebenfalls alle Einstellungen genau gleich: Format: „QuickTime“ unter Vorgabe: „CineForm Low Resolution Proxy“,unter Ziel „Bei Originalmedien in Proxy-Ordner“ und klickt wieder auf „Ok“.

Sobald alle Clips im Adobe Media Encoder zur Warteschlange hinzugefügt wurden, klickt Ihr nun rechts oben auf den roten „Anhalten“-Button und klickt auf „Nein- das Rendern des Clips nicht abschließen“, wodurch rechts des Clips statt des grünen Hakens ein rotes Fehlersymbol erscheint. Anschließend klickt ihr mit einem Rechtsklick auf den bereits begonnenen Clip und wählt „Status zurücksetzen“, wodurch der Clip zurückgesetzt wird. Dann wählt ihr alle Clips in der Warteschlange aus, macht wieder einen Rechtsklick und wählt „Footage interpretieren“. Im neu geöffneten Fenster, welches wir aus Premiere Pro kennen, wählen wir wieder „Diese Framerate annehmen“, tragen unsere Zielframerate von 23,976 FPS ein und bestätigen mit „Ok“.

Nun könnten wir im Prinzip das Rendering starten, zuvor sollten wir allerdings im Explorer zum Proxy-Ordner gehen und die begonnene Proxy-Datei, welche für den ersten Clip schon angelegt wurde löschen. Nachdem wir das erledigt haben können wir die Warteschlange beginnen und sehen unten in den Details, dass die Proxys nun in 24 FPS erstellt werden. Wenn wir nun unsere Clips anschließend in Premiere ebenfalls interpretieren stimmt diese Framerate überein und Ihr könnt ohne „Sprünge“ Proxys aus- und wieder einschalten. Üblicherweise erstellen wir also zuerst Proxys für alle 24 FPS Dateien, dann für 60 FPS und dann für 120 FPS. Anschließend können wir auch in Premiere interpretieren und haben immer passende Proxys.

Proxys werden in Adobe Premiere Pro mit dem Adobe Media Encoder erstellt, welcher installiert sein muss.

Unsere Tipps für euren Proxy Workflow mit Adobe Premiere Pro

Zum Schluss möchten wir euch noch ein paar nützliche Tipps mitgeben, um euern Proxy-Workflow so effizient wie möglich zu gestalten. Wir haben jetzt schon häufig gehört, dass es mit Proxys Probleme, zum Beispiel bei den Audiospuren gab, wenn diese in unterschiedlichen Programmen erstellt und genutzt wurden. Deshalb ist unser erster Tipp, dass Ihr Proxys immer in der Schnittsoftware erstellt, in welcher ihr auch nachher den Schnitt durchführen möchtet.

Unser zweiter Tipp ist praktisch das Gegenteil, kann euch aber, wenn alles funktioniert einiges an Zeit sparen: Einige Kameras bieten euch die Möglichkeit schon beim Filmen Proxys zu erstellen und dies neben den Originaldateien auf der SD karte abzulegen. So müsstet Ihr im Besten Fall vor dem Schnitt keine Proxys mehr erstellen, sondern könnt diese in Premiere verknüpfen und direkt mit dem Schnitt loslegen.

Bestehende Proxys können auch später noch in Premiere Pro verknüpft werden.

Unser dritter Tipp ist eigentlich relativ logisch, aber wir möchten ihn trotzdem einmal gesagt haben. Besonders bei größeren Projekten macht es Sinn, Proxys oder Renderings abends oder nach der eigentlichen Arbeit zu starten. Habt ihr zum Beispiel ein größeres Videoprojekt kann es schon einmal sein, dass ihr einige Stunden Proxys erstellen müsst. Macht Ihr das dann mitten am Tag ist euer PC schon ziemlich ausgelastet und die Arbeit in Premiere wird dadurch nicht einfacher. Deshalb sind unser Workflow in der Regel so aus: Wir erstellen das Projekt, Importieren das Videomaterial, sortieren unsere Clips und starten den Renderprozess der Clips nachdem unsere eigentliche Arbeit erledigt ist.

Der vierte Tipp ist dafür da, euch ein bisschen Speicherplatz zu sparen! Ihr habt es euch jetzt vermutlich schon gedacht. Proxys können nach dem beenden des Projektes einfach wieder gelöscht werden, um Speicherplatz zu sparen. Hier müsst ihr euch auch keine Sorgen machen, dass eurem Originalmaterial etwas passiert. Solltet ihr später noch einmal an dem Projekt arbeiten wollen, könnt ihr es für kleine Änderungen auch ohne Proxys versuchen oder einfach wieder neue Proxys erstellen und diese in Premiere Pro verknüpfen.

Unser letzter Tipp ist gleichzeitig auch ein kleines Geschenk an euch. Um besser zu sehen, ob Proxys in Premiere eingeschaltet sind, gibt es die Möglichkeit auch Overlays in eure Premiere Proxys zu rendern. Dabei wird dann so eine Art Wasserzeichen angezeigt, sobald ihr die Proxys in Premiere einschaltet. Damit ihr jetzt aber kein eigenes Preset erstellen müsst, könnt ihr hier einfach unsere Premiere Pro Proxy-Vorlage herunterladen, installieren und nutzen.

Equipment

Kameras,
Licht
& Ton

Unsere Favoriten

Fazit: Proxys in Adobe Premiere Pro erstellen und nutzen

So, jetzt müsstet Ihr so ziemlich alles wissen um in Zukunft mit Proxys arbeiten zu können. Damit hat sich dann auch hoffentlich das Ruckeln in Premiere weitestgehend erledigt für euch! Wenn Ihr sonst noch Fragen zu Premiere habt oder Ihr euch ein weiteres Adobe Premiere Pro CC Tutorial wünscht, dann lass es uns wissen.